Das zweite Bürokratieentlastungsgesetz (kurz: Bürokratieabbaugesetz II oder BEG II) wurde verabschiedet. Erfreuliche Nachrichten für Weinhändler: Das BEG Ⅱ führt zu zahlreichen Entlastungen für kleine und mittelständische Unternehmen. Und das Beste: Diese gelten sogar rückwirkend zum 01. Januar 2017. Im Folgenden haben wir die wichtigsten Neuerungen für Sie zusammengefasst. 

 

Überblick: Welche Änderungen im BEG II sind relevant für Weinhändler?

  1. Die umsatzsteuerliche Wertgrenze für Kleinbetragsrechnungen steigt dank BEG II von 150 auf 250 EUR (§ 33 UStDV). Lesen Sie mehr dazu im nächsten Abschnitt dieses Beitrags.
  2. Die Aufbewahrungspflicht für Lieferscheine entfällt: Lieferscheine müssen nur noch bis zum Erhalt bzw. Versand der Rechnung aufbewahrt werden. Ausgenommen sind lediglich Lieferscheine, die als Buchungsbelege dienen (z. B. bei Rahmenverträgen im Rohstoffeinkauf – § 147 Abs. 3 Sätze 3 und 4 AO). Rechnungen unterliegen weiterhin der Aufbewahrungspflicht!
  3. Die Aufzeichnungspflichten für geringwertige Wirtschaftsgüter (GWG) werden von 150 auf 250 EUR angehoben. Dies gilt für alle GWG, die ab dem 01.01.2018 angeschafft werden (§ 52 Abs. 12 Satz 3 EStG).
  4. Die Betragsgrenze für eine quartalsweise Abgabe von Lohnsteuerabgaben wurde von 4.000 auf 5.000 EUR erhöht ((§ 41a Abs. 2 Satz 2 1. HS EStG).
  5. Der Grenzwert für Lohnsteuerpauschalisierung für kurzfristig Beschäftigte steigt auf 72 EUR (§ 40a Abs. 1 Satz 2 Nr. 1 EStG).
  6. Die Fälligkeitsregelung für Sozialversicherungsbeiträge wird reduziert und vereinfacht (§ 23 Abs. 1 Satz 2 ff SGB IV).

Bedeutung der Anhebung der Wertgrenze für Kleinbetragsrechnungen für den Weinhandel

Diese Änderung in den BEG II hat vermutlich die größte Bedeutung für Weinfachhändler: Denn die Anforderungen an Kleinbetragsrechnungen sind deutlich geringer als die, die der Staat an „richtige“ Rechnungen stellt. Der Beleg muss lediglich 6 Pflichtangaben enthalten, damit ein Vorsteuerabzug möglich ist. Folglich benötigen Ihre Kunden, die einen Einkauf steuerlich geltend machen möchten, nur noch eine „richtige Rechnung“, wenn der Nettobetrag 250 EUR übersteigt.

Pflichtangaben auf Kleinbetragsrechnungen

  1. Name und Anschrift des Leistenden
  2. Ausstellungsdatum
  3. Menge der gelieferten Waren / Dienstleistungen
  4. Handelsübliche Bezeichnung der gelieferten Waren / Dienstleitungen
  5. Brutto-Gesamtsumme (das Entgelt inkl. MwSt)
  6. Anzuwendenden Steuersatz ODER den Hinweis auf Steuerbefreieung

Pflichtangaben auf Rechnungen

  1. Name und Anschrift des Leistenden
  2. Name und Anschrift des Leistungsempfängers
  3. Steuernummer oder Umsatzsteueridentifikationsnummer des Leistenden
  4. Rechnungsnummer (fortlaufend!)
  5. Ausstellungsdatum
  6. Menge der gelieferten Waren / Dienstleistungen
  7. Handelsübliche Bezeichnung der gelieferten Waren / Dienstleitungen
  8. Zeitpunkt der Lieferung bzw der Leistung
  9. Im Voraus vereinbarte Minderungen des Rechnungsbetrags
  10. Entgelt, aufgeschlüsselt nach Steuersätzen und -befreiungen
  11. Steuersätze sowie das Entgelt und darauf entfallende Steuerbeträge ODER Hinweis auf Steuerbefreiung (sowie eventuell einen Hinweis auf die Steuerschuld des Leistungsempfängers)
  12. Sofern eine Gutschrift abgerechnet wird: den Begriff „Gutschrift“

Mit welchen Problemen ist zu rechnen?

Sofern Ihre Kunden die neue Gesetzeslage nicht kennen oder unsicher sind, werden sie vermutlich weiterhin für alle Einkäufe, die 150 EUR netto übersteigen, eine Din-A4-Rechnung verlangen. Wenn die Grenze von 250 EUR nicht erreicht wird, wäre das entbehrlich. Allerdings würde eine Diskussion  in den meisten Fällen vermutlich eher negative Auswirkungen haben…

Mit euro-Sales Vino wird die Rechnungsstellung zum Kinderspiel: Sie können jeden Kassiervorgang wahlweise als Kassenbon oder Din-A4-Rechnung abschließen. Auf Knopfdruck, versteht sich. Wenn Sie mehr über euro-Sales Vino erfahren möchten, besuchen Sie doch unsere Webseite. Gerne stehen wir Ihnen auch persönlich für eine kostenfreie Beratung zur Verfügung. Wenn Sie einen Termin vereinbaren möchten, erreichen uns unter Vino@eurosoft.net telefonisch unter 02521 – 85 04 0 (Mo – Fr von 09:00 – 17:00 Uhr).

Ab wann treten die Neuerungen in Kraft?

Nachdem nun auch der Bundesrat dem BEG II zugestimmt hat, gilt dieses bereits – und zwar rückwirkend zum 01. Januar 2017. Alle Neuerungen finden Sie in der Beschlussempfehlung und im Bericht des Ausschusses für Wirtschaft und Energie zum BEG II – das PDF können Sie hier kostenfrei herunterladen.

 

Post Navigation