Dass der Facebook Likebutton auf Webseiten und Onlineshops eine Abmahngefahr darstellt, ist für viele Unternehmer nicht neu. Datenschützer diskutieren dies bereits seit vielen Monaten. Allerdings ist das Thema nach anfänglichem Hype beinahe gänzlich aus den Medien verschwunden.

Im Gegensatz zum Facebook Likebutton – den findet man weiterhin auf einem Großteil aller kommerziellen Internetseiten… Welche Risiken bestehen? Gibt es sinnvolle Alternativen? Oder sollten Weinhändler gänzlich auf die Einbindung von Social Media PlugIns verzichten?

Warum wird der Facebook Likebutton kritisiert?

Dieses Facebook-Plugin überträgt eine Vielzahl an personenbezogenen Daten über den Nutzer der Webseite direkt an Facebook. Dies wäre nach deutschem Datenschutzrecht nur dann legal, wenn der betroffene Nutzer seine Zustimmung dazu erteilt – er wird jedoch weder gefragt, noch über den Sachverhalt informiert.

Gibt es bereits ein Gerichtsurteil?

Im März letzten Jahres entschied das Landgericht Düsseldorf, dass die Fashion ID GmbH & Co. KG (besser bekannt unter dem Namen Peek & Cloppenburg) gegen das geltende Datenschutzrecht verstoße, da das Unternehmen den Facebook Likebutton nutzte, ohne Webseitenbesucher ausreichend darüber zu informieren. Der Konzern legte Berufung ein; die Zuständigkeit liegt nun beim Oberlandesgericht Düsseldorf.

Dieses setzte das Verfahren vorerst aus, um dem europäischen Gerichtshof in einem sog. Vorentscheidungsverfahren Fragen zum Datenschutz vorzulegen. Nach Ansicht des OLG muss zunächst geklärt werden, ob der Betreiber einer Webseite in diesem Fall der Verantwortliche im Sinne des Datenschutzrechtes sei sowie ob und welche Informationspflichten erfüllt werden müssen.

Besteht denn überhaupt schon Handlungsbedarf?

Da das Verfahren noch nicht abgeschlossen ist, liegt bisher kein rechtskräftiges Urteil vor. Es ist theoretisch möglich, dass die obere Instanz anders entscheidet. Allerdings ist dies nach Meinung von Rechtsexperten höchst unwahrscheinlich. Webseitenbetreiber, die auf der sicheren Seite sein möchten, sollten handeln.

Welche Alternativen gibt es?

Verwendung „einfacher“ Links

Links, die Besucher Ihrer Webseite zum Social Media-Profil Ihres Unternehmens leiten, sind eine sichere Alternative, denn durch sie werden keine personenbezogenen Daten übertragen. Es besteht die Möglichkeit, Grafiken zu verwenden, die den Like- bzw. Share-Buttons zum Verwechseln ähnlich sehen.

2-Klick-Lösung

Hier wird der Like-Button als Grafik in die Webseite integriert, die erst per Klick aktiviert werden muss. Ein zweiter Klick übermittelt dann die angegebenen Parameter an das Soziale Netzwerk. Diese Alternative konnte sich nicht durchsetzen, da sie 3 große Schwachstellen aufweist. Zum einen ist die Lösung optisch nicht besonders ansprechend. Zum Anderen datenschutzrechtlich ebenfalls bedenklich. Und last but not least sorgt sie häufig für technische Probleme bei der Ausführung anderer Javascrips der Webseite.

Heise Shariff

Diese Weiterentwicklung der 2-Klick-Lösung findet größtenteils Anklang bei Datenschützern. Allerdings halten Social Media Experten Shariff für keine echte Alternative zum Like-Button: Durch einen Klick auf den Shariff-Button wird ein neues Fenster geöffnet, das eine Verbindung zum gewünschten sozialen Netzwerk aufbaut. Somit wird lediglich das Teilen von Beiträgen erleichtert.

Adieu zum Like and Share

Die einfachste und sicherste Lösung: Der komplette Verzicht auf Social Media Plugins – denn die von Twitter, google + und Co. unterscheiden sich in Ihrer Funktionsweise kaum vom Facebook Likebutton. Denn um das Plug In rechtskonform einsetzen zu können, müssten Webseitenbetreiber die betroffenen Nutzer unbedingt darüber informieren, welche Daten von wem wie erhoben werden. Facebook gibt dies jedoch grundsätzlich nicht bekannt.

Weitere Informationen finden Sie u. A. auf der Webseite der Verbraucherzentrale NRW

 

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